Erschienen im "Der Landbote"  Nov 04

 

Noch sind die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt schwierig. Menschen, die vor einiger Jahren in kurzer Zeit eine passende, neue Stelle gefunden haben, wundern sich über die veränderten Verhältnisse auf dem Stellenmarkt. Man hört von 50-100 und mehr Stellenbewerbungen pro Stelle. Wen wundert es, wenn praktisch jeder Stellensuchende viele Absagen erhält. Doch wie gehe ich mit  Absagen um?

 

  1. Wenn sich viele Menschen auf viele Bewerbungen melden, entsteht eine Flut von Bewerbungen. Wenn pro Stelle zum Beispiel heute 100 Bewerbungen verschickt werden, ist es logisch, dass 99 Menschen eine Absage erhalten. Darunter hat es viele geeignete Bewerber/innen.
  2. Man muss sich im klaren sein, dass eine Absage nicht bedeutet, dass man für die Stelle nicht geeignet ist, sondern man muss erkennen, dass der Stellenmarkt heute anders verläuft als noch vor Jahren.
  3. Es bringt nichts, wenn man möglicht viele Bewerbungen verschickt, um dadurch die Chancen zu erhöhen. Die Frage stellt sich, welche Bewerber oder Bewerberinnen werden eingeladen. Wie schaffe ich es, zu den "Eingeladenen" zu gehören.
  4. Um zu den eingeladenen Bewerber und Bewerberinnen zu gehören, braucht es eine sorgfältige und gezielte Bewerbung. Was heisst das? Kurz, prägnant, das Wichtigste auf der ersten Seite, ein gutes Foto.

 

Wer bin ich , was will ich, was kann ich, was soll ich tun?

Ueber diese Fragen muss ich mir zuerst Klarheit verschaffen.

Wie verkaufe ich mich, ohne zu anzugeben und ohne mein Licht unter den Scheffel zu stellen? Als erstes muss ich mir im klaren sein über meine Stärken und Schwächen, meine besonderen Fähigkeiten und meine Ressourcen. Mein bewusstes Selbstbild muss mit dem Stellenprofil übereinstimmen. Wer ohne viel zu überlegen, die nächste beste Stelle nimmt, wird über kurz oder lang unzufrieden sein oder die Stelle verlieren.

Eine Auseinandersetzung mit sich selber bringt viel Klarheit einerseits und ein gutes Selbstvertrauen andererseits. Im Laufe der Jahre hat man viele neue Fähigkeiten und Fertigkeiten dazu gewonnen. Wer sie kennt, kann beim Vorstellungsgespräch entsprechend gut argumentieren und überzeugen. Wichtig ist auch, sich ehrlich einzugestehen, wo man Schwächen und Defizite hat.

Beim Vorstellungsgespräch ist eines der wichtigsten Punkte, dass man authentisch und glaubwürdig ist. Wer dem andern etwas vormacht, bekommt früher oder später Probleme.

Ich muss überzeugend formulieren können, warum ich, gerade ich die geeignete Person für die ausgeschriebene Stelle bin.

 

Bewerbungen online

Mehr als die Hälfte der Bewerbungen läuft online. Es lohnt sich also, sich auch diesbezüglich über das richtige Verhalten zu informieren. Was gibt es da zu beachten?

Wurde im Stelleninserat eine E-Mail-Adresse angegeben. Wenn ja, erwartet der Arbeitgeber, dass ich mich per E-mail melde. Wenn nicht erwartet der Arbeitgeber eine normale Bewerbung.

Offene Stellen findet man bei vielen Firmen auf der Webseite. Warum nicht gleich telefonieren und weitere Informationen einholen?

Wie werden die Personalverantwortlichen mit der Flut von Bewerbungen fertig? Das wichtigste wie Angaben zur Person, Aus- und Weiterbildung sowie die letzten zwei Tätigkeiten in einer gewissen Ausführlichkeit sollten auf der ersten Seite platziert werden.

So kann ein Personalchef in kurzer Zeit erkennen, ob das Stellenprofil zum Bewerber passt.

Nicht zuletzt spielt der Glaube an sich selber und die Zukunft eine wichtige Rolle.

Wer bei jeder Bewerbung gleich die Absage vor Augen hat und sich beim Vorstellungsgespräch so verhält, dass man selber nicht an sich glaube, hat wenig Chancen.

Marianne Helbling

 

Marianne Helbling ist dipl. Laufbahnberaterin und gibt auch Laufbahnseminare in Kleingruppen, Datem siehe www.laufbahnberaterin.ch

 

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