Erschienen in den "Obersee Nachrichten" 4.8.2010

 

 

 

Berufliche Orientierungs- und Entscheidungssituationen, aber auch Krisen und wichtige Übergänge im Leben fordern Menschen besonders heraus. Eine Beratung durch eine gut ausgebildete sowie erfahrene Fachperson bringt Klärung und zeigt neue Wege auf. Der ffbb ist eine Vereinigung von freiberuflich tätigen, professionellen Fachleuten für Berufsberatung, Studienberatung und Laufbahnberatung mit einem breiten, individuell geprägten Beratungsangebot. Marianne Helbling aus Rapperswil arbeitet im Vorstand des ffbb mit. Wie spielt sich ein Arbeitsalltag einer privaten Berufs- und Laufbahnberaterin ab?


Wie in jedem Beruf erlebe sie Sonnen- und Schattenseiten, erklärt Marianne Helbling. «Die schönen Seiten erlebe ich, wenn ich Menschen auf ihrem Bewusstseinsweg begleiten kann, das heisst, dass sie sich im klaren werden, wo ihr Fähigkeiten und Interessen liegen.» Nicht immer, aber oft finde sie eine passende Lösung. Wenn sie dann nach ein paar Jahren gewisse Klienten wieder sieht und hört, wie gut es ihnen beruflich geht, freut sie das schon.
Als Schattenseiten nennt Marianne Helbling, dass gewisse Menschen sehr hohe Erwartungen hätten, aber nicht wirklich bereit seien, den Preis dafür zu bezahlen, das heisst, zum Beispiel eine längere Ausbildung anzupacken. Traurig stimme es sie manchmal auch, dass einfach das Geld fehlt, um den Beruf zu lernen, der passen würde.


Marianne Helbling hat fast 20 Jahre auf der öffentlichen Berufsberatung gearbeitet und ist nun schon seit zehn Jahren selbstständig. Glücklich sei sie an beiden Orten gewesen. Doch auch ihr Weg verlief nicht ohne Umwege. Als KV-Absolventin war sie jahrelang auf der Suche nach einer abwechslungsreichen und interessanten Herausforderung. Mit 25 Jahren besuchte sie eine Berufs- und Laufbahnberaterin und wurde sich bewusst, dass ihr Beruf gar nicht ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht. Mit der Zeit wurde ihr immer klarer, dass sie gerne Menschen beraten möchte, sich aber selber auch immer wieder weiterbilden möchte. Das hat sie motiviert, diese dreijährige Ausbildung anzupacken. Und wie es der Zufall so wolle, habe sie als jüngste und letzte Interessentin die Aufnahmeprüfung in die Ausbildung zur Berufs-, Studien- und Laufbahnberaterin bestanden. Auch wenn diese drei Jahre sehr streng waren, habe sich der Aufwand gelohnt. «Ich gehe jeden Tag mit Freude an die Arbeit», bekräftigt Marianne Helbling.


Klar gebe es auch belastende Momente. Wenn etwa Menschen in die Beratung kommen, die unglücklich im Beruf sind und die Schuld nur beim Chef oder den Mitarbeitern sehen und nicht gewillt sind, an sich zu arbeiten. Oder wenn künstlerisch begabte Menschen keine passende Lösung finden, sie respektive in der Freizeit suchen müssen. Es berühre sie auch, wenn Menschen trotz grossen Anstrengungen seit längerer Zeit arbeitslos seien. «Da fühle ich mich immer besonders herausgefordert, eine Lösung zu finden.» Dass jedoch gewisse Leute falsche Vorstellungen von gewissen Berufen haben und so ihre Ideen wie Seifenblasen platzen, das gehöre zum persönlichen Prozess. «Hauptsache, man findet am Schluss das Passende.» Marianne Helbling empfiehlt den Klienten, in einer Schlussphase ein Tagespraktikum oder eine Art Schnupperlehre zu machen, um sicher zu sein, dass der Beruf den Erwartungen und Vorstellungen entspreche. Oder auch die finanzielle Situation zu klären und zum Beispiel herauszufinden, ob man Stipendien erhält oder es eine andere Möglichkeit der Finanzierung gäbe.
Ganz besonders freut die Beraterin, dass es auch vorkommt, dass die Klienten auf Berufsideen kommen, an die sie selber nie gedacht hätten. Spezielle Tests unterstützten diese Menschen auf ihrer Suche. Dabei gehe es nicht darum, ein Resultat mit gut oder schlecht zu bewerten, sondern um die Erkenntnisse, welche Tätigkeit den eigenen Bedürfnissen entsprechen würde und wie sich das verwirklichen liesse.


Marianne Helbling, die in der Gemeinschaftspraxis Coaching Team in Rapperswil und Küsnacht arbeitet, bietet auch Laufbahnseminare an. Die Klienten erfahren in einer Gruppe, dass die anderen die gleichen Probleme haben. Tests lassen sich gut in der Gruppe erklären und die Teilnehmer motivieren und unterstützen sich gegenseitig. «Wichtig ist mir, sei es in der Gruppe oder in der Einzelsitzung, dass dieser innere Prozess Neues hervorbringt und auf eine befriedigende berufliche Tätigkeit hinsteuert», schliesst Marianne Helbling.


Gemeinschaftspraxis Coaching Team,
Kniestrasse 51, 8640 Rapperswil;
Tel. 055 210 17 20, 076 366 04 17, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,
www.laufbahnberaterin.ch